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Parken, Badesee und Bürgerhaus

Großes Interesse: Die Bürger des Rodgauer Stadtteils Dudenhofen bereichern den Stadtumbauprozess mit vielen guten Ideen. Foto: NHPS / Steffen Diemer

Rodgau-Dudenhofen – Mit einem Stadtspaziergang und einer Leitbildwerkstatt hatte die Bürgerbeteiligung zum geplanten Stadtumbau in Rodgau-Dudenhofen begonnen. Vor wenigen Tagen stand mit der Projektwerkstatt der nächste Schritt auf dem Weg zur Erstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) auf dem Programm. Rund 100 Bürger nahmen das Angebot von Stadtverwaltung und ProjektStadt wahr, mit den Planern ins Gespräch zu kommen. Sie äußerten Lob und Kritik, brachten neue Vorschläge zur Verschönerung des Stadtteils ein und bewerteten die Vorhaben nach deren Wichtigkeit. Der Leiter des für den Prozess zuständigen Fachdienstes, Herr Kämmerling, zeigte sich in Vertretung des Bürgermeisters Jürgen Hoffmann sehr zufrieden mit der Resonanz und den Ergebnissen des Abends. „Die Bürger haben die Gelegenheit, sich für die Zukunft ihres Stadtteils einzusetzen, sehr rege genutzt. Ich bin zuversichtlich, dass es uns auch dank dieses Engagements gemeinsam gelingen wird, die entsprechenden Weichen zu stellen und Dudenhofen fit für die Zukunft zu machen.“

Ziel erreicht: Wichtigste Projekte sind definiert

Aus den im Juni formulierten Leitbildern zu den Themen öffentlicher Raum, Wohnen, Infrastruktur + Versorgung/Gewerbe und Identität sind rund 30 konkrete Ideen entstanden. Sie wurden den Bürger in zwei Arbeitsgruppen präsentiert. Danach wurde in lebhaftem Austausch diskutiert und priorisiert. „Ziel war es, am Ende des Abends zu wissen, welche Projekte den Bürgern besonders am Herzen liegen“, sagte Claus Schlindwein von der ProjektStadt, der den Abend gemeinsam mit seiner Kollegin Yvonne Woll moderierte. Dieses Ziel wurde erreicht. Vor allem die Parksituation, der Badesee, die Aufwertung des Ludwig-Erhard-Platzes sowie das Bürgerhaus bewegen die Dudenhöfer Bürgerinnen und Bürger. Auch der Ausbau der Fuß- und Radwege an der Rodau, die Umgestaltung der Nieuwpoorter Straße, der Mainzer Straße und die Förderung des innerörtlichen Gewerbes fanden viele Befürworter.

Mehr Aufenthaltsqualität

Weil Dudenhofen stark von engen, oft zugeparkten Gassen geprägt ist, sehen die Menschen hier Handlungsbedarf. Vor allem die Nieuwpoorter und die Mainzer Straße sollen vom Umbau profitieren, der auf der Basis eines Parkraumbewirtschaftungskonzepts realisiert werden soll. Mögliche Maßnahmen wären die Einführung von Bewohnerparkzonen, die Umlenkung der Pendlerströme, die Reduzierung des Parksuchverkehrs und das Unterbinden des Parkens auf Bürgersteigen. Beim Bürgerhaus stellt sich die grundsätzliche Frage, ob die in die Jahre gekommene Einrichtung saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden soll. Der Vorplatz soll umgestaltet werden und künftig mehr Aufenthaltsqualität bieten. Denkbar wären zum Beispiel ein Wasserspielplatz oder eine Außengastronomie, weniger öffentliche Parkplätze sowie zusätzliche Sitzgelegenheiten und mehr Blumen, Bäume oder Sträucher. Großes Interesse besteht auch an der Entwicklung des Badesees. Die Bürger wünschen sich eine Gastronomie, bessere Geh- und Radwege, die Anpflanzung von Bäumen, möglicherweise sogar einen Campingplatz auf einem Teil des Areals. Auch ein Hundestrand wurde ins Gespräch gebracht, ebenso die Flächenansprüche für Feste wie z.B. die Anregungen des Drachenclubs nach einer „freien“ Fläche für die Durchführung des Drachenfestes. „Dass es zu all diesen Ideen und Anregungen unterschiedliche Standpunkte gibt, versteht sich von selbst“, sagte Rathauschef Hoffmann im Rückblick auf die teils intensiven Diskussionen. „Jetzt gilt es, die Pros und Contras zu diskutieren und das Stadtumbaukonzept konsequent und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Bezüglich einiger Rahmenbedingungen herrscht nun größere Klarheit.“

Infos zum Stadtumbau auch auf neuer Online-Plattform

Das Bund-Länder-Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ ist auf zehn Jahre angelegt. Die Ergebnisse der Projektwerkstatt fließen nach einer fachlichen Bewertung in das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ein, welches Ziele und Rahmenbedingungen für den Umbauprozess festlegt sowie konkrete Maßnahmen und Projekte auflistet. Bis Ende Oktober soll das ISEK im Entwurf fertig sein und beim Ministerium eingereicht werden. Der Maßnahmenkatalog wird ab dem 30. August veröffentlicht. Infos und Neuigkeiten rund um den Stadtumbauprozess gibt es auch im Internet auf der neuen Plattform www.stadtumbau-rodgau.de.

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit 95 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 720 Mitarbeiter. Mit rund 60.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden gehört sie zu den zehn führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Unter der Marke „ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Bis 2021 sind Investitionen von rund 1,5 Milliarden Euro in Neubau von Wohnungen und den Bestand geplant. 4.900 zusätzliche Wohnungen sollen so in den nächsten fünf Jahren entstehen.

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